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Teil I · Die Luft verstehen · Kapitel 1

Kapitel 1

Physik der Atmosphäre

Das ganze Kapitel passt in eine einzige Frage: Ist ein Luftpaket, das man anhebt, wärmer oder kälter als die Luft um es herum? Die Antwort entscheidet über alles – die Stärke der Thermik, die Höhe der Wolkenbasis, die Thermikobergrenze, Regen und Gewitter.

28 Min. Lesezeit · 12 Abbildungen · 7 animierte Illustrationen

Das Wichtigste in zwei Minuten

Nehmen Sie eine Fahrradpumpe: Drücken Sie die Luft zusammen, erwärmt sie sich; lassen Sie sie sich ausdehnen, kühlt sie ab. Das ist das ganze Geheimnis dieses Kapitels. Ein aufsteigendes Luftpaket steht unter immer geringerem Druck, also dehnt es sich aus, also kühlt es ab – immer im gleichen Takt, 1 °C pro 100 m. Nichts kann es daran hindern: Das ist die Physik der Fahrradpumpe, nicht das Wetter.

Das Wetter dagegen entscheidet nur über eines: die Temperatur der Luft, die das Paket durchquert. Kühlt die Umgebungsluft mit der Höhe schnell ab, bleibt das Paket immer wärmer als sie – wärmer, also leichter, und es beschleunigt: Die Atmosphäre ist labil, es gibt Thermik. Kühlt die Umgebungsluft kaum ab, ist das Paket bald kälter als sie: Es sinkt zurück, die Atmosphäre ist stabil. Der ganze Flugtag lässt sich an diesem Wettlauf zwischen zwei Abkühlungen ablesen.

Zweites Geheimnis: Das Paket trägt unsichtbaren Wasserdampf mit sich. Je mehr es abkühlt, desto näher kommt es der Temperatur, bei der dieser Dampf kondensiert – seinem Taupunkt. Erreicht es ihn, entsteht ein Cumulus. Die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt am Boden ergibt direkt die Höhe der Basis: etwa 120 m pro Grad Differenz. Und die Kondensation setzt Wärme frei – die Wolke heizt sich selbst, was den Aufstieg neu antreibt: Das ist der Turbo der Cumuli und der Motor der Gewitter.

Schließlich endet jeder Aufwind irgendwann: Entweder holt ihn die Umgebungsluft sanft ein (weiche Obergrenze), oder eine Inversion – eine Schicht, in der es oben wärmer ist als unten – setzt ihm einen Deckel auf (harte Obergrenze, der „Betondeckel“), oder er tritt in seine Wolke ein und bekommt eine Gnadenfrist. Der Bergwanderer merkt sich zwei Zahlen vom Morgen: die Differenz T − Td, die sagt, ob die Gipfel in der Wolke stecken werden, und die vorhergesagte Wolkendicke, die sagt, ob es regnen wird.

1.1Eine dünne Haut, von unten beheizt#

Wäre die Erde eine Orange, passte das ganze Wetter, das uns betrifft, in die Dicke ihrer Schale. Diese Schicht heißt Troposphäre. Sie reicht vom Boden bis zur Tropopause, in unseren Breiten bei etwa 11 km – höher am Äquator (16 bis 17 km), tiefer an den Polen (etwa 8 km), im Winter etwas tiefer als im Sommer. In dieser Schicht nimmt die Temperatur mit der Höhe ab, hier wechselt das Wasser seinen Zustand – sie ist also die Schicht der Wolken, des Windes und der Konvektion.

Darüber ist die Stratosphäre stabil und trocken: Die Temperatur nimmt dort nicht mehr ab, weiter oben steigt sie sogar wieder. Keine Thermik kann dauerhaft in sie eindringen. An dieser Decke zerschellen die Gipfel der Cumulonimben, die sich dann zum Amboss ausbreiten (Abb. 1.1).

Diagramm mit der Temperatur auf der waagerechten Achse von −75 bis +30 °C und der Höhe auf der senkrechten Achse von 0 bis 16 km. Die Kurve der Standardatmosphäre beginnt mit 15 °C am Boden, fällt geradlinig bis −56 °C in 11 km und verläuft dann in der grau hinterlegten Stratosphäre senkrecht. Eine gestrichelte Linie markiert die Tropopause in 11 km. Links ragt eine Silhouette des Mont Blanc bis 4808 m auf; eine punktierte Linie verbindet seinen Gipfel mit der Kurve bei −16 °C. Ein orangefarbener Pfeil am Boden zeigt, dass die Atmosphäre von unten geheizt wird. Beschriftung: im Mittel −0,65 °C pro 100 m.
Abb. 1.1 – Die Standardatmosphäre. Die Temperatur sinkt im Mittel um 0,65 °C pro 100 m bis zur Tropopause und hört dann auf zu sinken. In diesem mittleren Profil herrschen auf dem Gipfel des Mont Blanc −16 °C; das tatsächliche Profil des Tages kann um 10 °C oder mehr davon abweichen.

Warum es oben kälter ist

Eine falsche und hartnäckige Vorstellung besagt, in der Höhe sei es kalt, weil man sich von der Sonne entfernt. In Wirklichkeit durchdringt die Sonnenstrahlung die Luft, fast ohne sie zu erwärmen: Es ist der Boden, der die Energie aufnimmt und an die Luft weitergibt, durch Kontakt und durch Infrarotstrahlung. Die Atmosphäre wird von unten geheizt, wie ein Topf auf dem Herd. Zwei Folgen bilden die Grundlage dieses ganzen Buches.

Erstens nimmt die Temperatur im Mittel mit der Höhe ab. Der mittlere vertikale Temperaturgradient beträgt 0,65 °C / 100 m, also 6,5 °C pro Kilometer. Doch das ist nur ein statistischer Mittelwert: Das tatsächliche Profil des Tages, die Zustandskurve (Abschnitt 1.6), weicht ständig davon ab, und genau diese Abweichung macht einen Flugtag oder verdirbt ihn.

Zweitens geht die Konvektion immer vom Boden aus. Der Boden erwärmt die Luft, die ihn berührt; diese Luft wird weniger dicht als ihre Nachbarn und steigt auf: Das ist die Thermik. Die Meteorologie des Gleitschirm- und Drachenfliegens ist die Wissenschaft davon, was danach mit diesem Luftpaket geschieht.

Auf Tour

Rechnen Sie mit 6 bis 7 °C weniger pro 1000 m Höhenunterschied, bei Wind oft mehr: Ein Aufbruch bei 18 °C im Tal kündigt 10 bis 12 °C in 2500 m an, und auf einem windigen Grat fühlt es sich viel kälter an. Die warme Jacke ist nicht für den Gipfel da, sondern für die Pause auf dem Gipfel.

1.2Der Luftdruck: das Gewicht der Luft#

Der Druck an einem Punkt ist das Gewicht der gesamten Luftsäule über ihm. Auf Meereshöhe wiegt diese Säule etwa 10 Tonnen pro Quadratmeter, was den Normwert von 1013,25 hPa ergibt. Steigt man auf, bleibt weniger Luft über einem: Der Druck nimmt ab.

Er nimmt nicht gleichmäßig ab. Luft ist kompressibel: Die unteren Schichten, vom Gewicht der oberen zusammengedrückt, sind dichter. Stellen Sie sich einen Stapel Bettdecken vor: Die unteren sind plattgedrückt, die oberen aufgebauscht. Teilen Sie die Atmosphäre in sechs gleich schwere Schichten: Die erste ist 1500 m dick, die fünfte fast 5 km (Abb. 1.2).

Zwei Teilbilder. Links eine Säule, in sechs gleich schwere Schichten geteilt: Die unterste, sehr dunkel, reicht von 0 bis 1,5 km; die folgenden werden nach oben immer dicker (1,5 bis 3,3 km, 3,3 bis 5,5 km, 5,5 bis 8,4 km, 8,4 bis 12,9 km), die letzte, gestrichelt, reicht über 30 km hinaus. Rechts der Druck in Abhängigkeit von der Höhe: eine Kurve, die mit 1013 hPa am Boden beginnt und immer langsamer abnimmt. Markierte Punkte: 850 hPa bei etwa 1500 m, 700 hPa bei etwa 3000 m, 500 hPa bei etwa 5500 m, wo die Hälfte der Luft darunter liegt, 300 hPa bei etwa 9000 m, in der Höhe des Strahlstroms. Beschriftung: in Bodennähe −1 hPa pro 8 m.
Abb. 1.2 – Der Druck fällt in Bodennähe schnell, dann immer langsamer. Die Hälfte der Masse der Atmosphäre liegt unterhalb von 5500 m: Auf dem Gipfel des Mont Blanc haben Sie bereits fast 45 % der Luft unter Ihren Füßen gelassen.

In Bodennähe verliert man etwa 1 hPa pro 8 m; um 2000 m eher 1 hPa pro 10 m. In etwa 5500 m ist der Druck auf die Hälfte gesunken. Deshalb beschreiben Meteorologen die Höhe durch Druckniveaus, die Sie auf allen Karten und in allen Temps (Radiosondenaufstiege oder berechnete Vertikalprofile) wiederfinden werden:

NiveauUngefähre HöheWas man dort betrachtet
850 hPa≈ 1500 mDie „freie“ Luft, knapp oberhalb der Bodeneinflüsse: Temperatur, Feuchte, Wind der unteren Schichten.
700 hPa≈ 3000 mDas Stockwerk der Alpenkämme: Wind auf den Gipfeln, Feuchte in mittlerer Höhe.
500 hPa≈ 5500 mDas Niveau, das die Störungen steuert; kalte Luft in der Höhe = Labilität.
300 hPa≈ 9000 mDer Strahlstrom.

Diese Höhen schwanken je nach Lufttemperatur um einige Dutzend bis einige hundert Meter: Eine warme Säule ist dicker als eine kalte. Das ist sogar eine wertvolle Information, die in Kapitel 5 genutzt wird.

Der Höhenmesser ist ein Barometer

Ihr Höhenmesser – in der Uhr, im GPS oder am Gurtzeug – misst nicht die Höhe: Er misst den Druck und rechnet ihn nach der Standardatmosphäre in eine Höhe um. Fällt der Druck in der Nacht um 5 hPa, weil sich ein Tief nähert, „steigt“ der Höhenmesser um etwa fünfzig Meter, ohne dass Sie sich bewegt haben.

Im Flug

Stellen Sie den Höhenmesser kurz vor dem Start auf die bekannte Höhe des Startplatzes ein (das ist die QNH-Einstellung des Tages), und nicht schon am Vortag. Ein Fehler von 50 m an der Thermikobergrenze spielt kaum eine Rolle; im Luftraum mit Höhenbegrenzung dagegen zählt er, und wenn Sie einen Landeplatz im Gebirge knapp über den Baumwipfeln anfliegen, führt ein falsch eingestellter Höhenmesser in die Irre.

Auf Tour

Notieren Sie auf der Hütte abends die angezeigte Höhe und vergleichen Sie beim Aufwachen. Zeigt die Uhr 40 bis 60 m mehr an, obwohl Sie am selben Ort geschlafen haben, ist der Druck um 4 bis 6 hPa gefallen: ein klassisches Zeichen für eine nahende Wetterverschlechterung. Steigt die angezeigte Höhe im Lauf des Vormittags weiter, ist das ein Argument mehr, die Tour abzukürzen.

1.3Feuchte und Taupunkt#

Luft enthält immer Wasserdampf, ein unsichtbares Gas. Wie viel sie davon höchstens tragen kann, hängt fast nur von ihrer Temperatur ab, und zwar stark nichtlinear. Ein Kilogramm Luft von 30 °C kann etwa 27 g Dampf enthalten; bei 10 °C nur 7,6 g; bei −10 °C kaum 1,8 g. Etwa alle 10 °C verdoppelt sich das Fassungsvermögen (Abb. 1.3).

Diagramm mit der Lufttemperatur auf der waagerechten Achse von −20 bis 35 °C und dem Wasserdampf in Gramm pro Kilogramm Luft auf der senkrechten Achse. Eine blaue Kurve in Form einer Exponentialfunktion markiert das Maximum, das die Luft tragen kann: 1,8 g bei −10 °C, 7,6 g bei 10 °C, 27 g bei 30 °C. Oberhalb der Kurve der Hinweis „unmöglich, das Wasser kondensiert“. Ein schwarzes Quadrat steht für Luft von 25 °C mit 10 g/kg; ein waagerechter Pfeil nach links stellt ihre Abkühlung dar; er trifft die Kurve bei 14 °C, markiert durch einen weißen Kreis: Das ist ihr Taupunkt.
Abb. 1.3 – Das Fassungsvermögen der Luft für Wasserdampf verdoppelt sich ungefähr alle 10 °C. Kühlt man Luft ab, ohne ihren Wassergehalt zu ändern, nähert sie sich der Kurve: Berührt sie sie, ist sie gesättigt. Die Temperatur dieses Berührungspunkts ist der Taupunkt.

Merken Sie sich das Bild: Feuchte Luft abzukühlen heißt, sie unaufhaltsam auf die Sättigung zuzutreiben. Der Morgennebel, der Tau auf dem Zelt, der Cumulus am Mittag und die beschlagene Brille sind ein und dasselbe Phänomen.

Drei Größen beschreiben die Feuchte, und man muss sie streng auseinanderhalten:

GrößeDefinitionWas sie wirklich misst
Relative Feuchte (rF, %) Verhältnis zwischen dem vorhandenen Dampf und dem bei dieser Temperatur möglichen Maximum. Die Nähe zur Sättigung, nicht die Wassermenge. Sie steigt, wenn die Luft bei gleichem Wassergehalt abkühlt.
Taupunkt (Td, °C) Temperatur, auf die man die Luft abkühlen müsste, damit sie gesättigt ist. Die Menge an Dampf. Er ändert sich nicht, wenn sich die Luft erwärmt oder abkühlt, ohne Wasser aufzunehmen oder abzugeben.
Mischungsverhältnis (r, g/kg) Masse des Dampfes pro Kilogramm trockener Luft. Dieselbe Information wie Td, in anderer Form. Es bleibt erhalten in einem aufsteigenden Luftpaket, solange dieses nicht kondensiert.

Deshalb denken Meteorologen in Td und nicht in rF: „rF = 60 %“ sagt nichts, solange man die Temperatur nicht kennt; „Td = 14 °C“ legt die Wassermenge ein für alle Mal fest. Die Differenz T − Td, die Taupunktdifferenz, ist die Größe für die Praxis: Sie gibt an, um wie viel man die Luft abkühlen muss, um eine Wolke zu erzeugen.

Die relative Feuchte fährt Achterbahn

Im Lauf eines schönen Tages gewinnt oder verliert die Talluft kaum Wasser: Td bewegt sich kaum. Die Temperatur dagegen steigt zwischen Morgendämmerung und Nachmittag um 10 bis 15 °C. Ergebnis: Die relative Feuchte fällt von fast 100 % am frühen Morgen auf 40 % oder weniger gegen 15 Uhr und steigt am Abend wieder an (Abb. 1.4).

Zwei übereinanderliegende Diagramme über 24 Stunden. Oben steigt die Temperatur (schwarze Linie) von etwa 9 °C um 5 Uhr auf 25 °C gegen 15 Uhr und sinkt dann wieder; der Taupunkt (blau gestrichelt) bleibt fast flach bei 9 bis 10 °C; die Fläche zwischen beiden ist farbig. Beschriftungen: im Morgengrauen T ≈ Td, Tau, Dunst; gegen 15 Uhr Differenz 15 °C, Basis bei etwa 1800 m. Unten erreicht die relative Feuchte (grüne Linie) in der Morgendämmerung etwa 95 % und fällt bis 15 Uhr auf etwa 40 %, mit dem Hinweis „dasselbe Wasser in wärmerer Luft“.
Abb. 1.4 – Ein Sommertag im Tal. Der Taupunkt bleibt fast konstant; die relative Feuchte verläuft umgekehrt zur Temperatur. Die Differenz T − Td dagegen wächst den ganzen Vormittag: Die Cumulusbasis steigt mit ihr.

Stolperfalle

Ein Morgen mit 95 % relativer Feuchte kündigt keinen feuchten Tag an: Die kalte Nachtluft ist schon mit sehr wenig Wasser gesättigt. Auf den Td kommt es an. Ein hoher Td – über 15 °C im Flachland im Sommer, über 10 °C in etwa 1500 m – bedeutet viel verfügbares Wasser: tiefe Basen und hohe potentielle Gewitterenergie.

1.4Das Luftpaket und die Fahrradpumpe#

Um die Vorgänge zu durchdenken, verfolgt man ein Luftpaket (oder Luftteilchen): eine gedachte Luftblase, die aufsteigt, ohne sich mit der umgebenden Luft zu vermischen und ohne Wärme mit ihr auszutauschen. Das ist eine Idealisierung – wir werden ihre Grenzen sehen –, aber ihre Vorhersagekraft ist bemerkenswert.

Steigt das Paket auf, nimmt der Druck um es herum ab: Es dehnt sich aus, wie die Luft, die aus einem Ventil entweicht. Beim Ausdehnen schiebt es die umgebende Luft beiseite, und diese Arbeit zehrt an seiner eigenen Energie: Es kühlt ab. Umgekehrt erwärmt sich die in einer Fahrradpumpe zusammengedrückte Luft. Diese Zustandsänderung ohne Wärmeaustausch heißt adiabatisch. Die Abkühlung hat nichts mit dem Kontakt zu kälterer Luft zu tun: Sie ist rein mechanisch, und ihr Tempo ist eine physikalische Konstante (Abb. 1.5).

Senkrechtes Schema von 0 bis 2800 m über Grund. Ein orangefarbenes Luftpaket startet am Boden mit 25 °C, wird beim Aufsteigen immer größer, hat in etwa 600 m noch 19 °C und erreicht an der Basis eines Cumulus in etwa 1400 m 11 °C. Innerhalb der Wolke führt ein punktierter Pfeil zu einem Paket mit 6 °C in etwa 2400 m. Untere Klammer: ungesättigte Luft, −1 °C / 100 m, Trockenadiabate. Obere Klammer: in der Wolke etwa −0,5 bis −0,6 °C / 100 m, Feuchtadiabate. Hinweis rechts der Basis: Das Paket hat seinen Taupunkt erreicht. Hinweis links: Das Paket bläht sich auf, es dehnt sich aus.
Abb. 1.5 – Ein aufsteigendes Luftpaket dehnt sich aus und kühlt sich um 1 °C pro 100 m ab, solange es nicht gesättigt ist. In der Wolke gibt ihm die Kondensation Wärme zurück: Es verliert nur noch etwa 0,5 bis 0,6 °C pro 100 m.

Die zwei Schienen

Trockenadiabate – solange die Luft nicht gesättigt ist−1,0 °C / 100 m
Feuchtadiabate (pseudoadiabatisch) – in der Wolke−0,4 bis −0,8 °C / 100 m
(merken: ≈ −0,55)

Warum?

Warum fällt die Temperatur auf der feuchten Schiene langsamer? Weil der Dampf, wenn er zu Tröpfchen kondensiert, die Wärme zurückgibt, die nötig war, um ihn zu verdunsten: die latente Wärme, etwa 2500 J pro Gramm Wasser. Diese zurückgegebene Wärme gleicht einen Teil der Abkühlung durch Ausdehnung aus. Die feuchtadiabatische Rate ist übrigens nicht konstant: In warmer, sehr feuchter Luft kondensiert viel Wasser, und sie sinkt auf etwa 0,4 °C / 100 m; in der kalten Höhenluft bleibt wenig Wasser zum Kondensieren, und sie nähert sich nach und nach der trockenen Rate.

Ein letztes Detail ist wichtig. Auch der Taupunkt des Pakets sinkt beim Aufsteigen ein wenig, um etwa 0,2 °C / 100 m, weil die Ausdehnung seinen Dampf verdünnt. Temperatur und Taupunkt nähern sich also um 1,0 − 0,2 = 0,8 °C pro 100 m an. Merken Sie sich diese Zahl: Sie liefert gleich die Höhe der Wolken.

1.5Die Cumulusbasis#

Ein Luftpaket, das mit einer Differenz T − Td von 11 °C am Boden startet, holt seinen Taupunkt nach 11 / 0,8 ≈ 14 Schritten von 100 m ein, also etwa 1350 m höher. In dieser Höhe ist es gesättigt: Das ist das Kondensationsniveau, die flache Basis des Cumulus. Alle Pakete eines Ortes haben ungefähr dieselben Startwerte: Sie kondensieren alle in derselben Höhe, daher diese so typische waagerechte Basis (Abb. 1.6).

Diagramm mit der Temperatur von 5 bis 44 °C auf der waagerechten Achse und der Höhe über Grund von 0 bis 2600 m auf der senkrechten. Eine orangefarbene Gerade beginnt bei T = 25 °C am Boden und steigt mit −1 °C pro 100 m nach links an; eine grüne strichpunktierte Gerade beginnt bei Td = 14 °C und steigt mit −0,2 °C pro 100 m fast senkrecht an. Sie treffen sich in 1375 m, wo ein Cumulus sitzt, und eine gestrichelte Linie markiert die Basis: 11 × 122 ≈ 1350 m. Ein Doppelpfeil am Boden zeigt die Differenz von 11 °C. Rechts ragt ein 2000 m hoher Berg über die Basis hinaus, mit dem Hinweis „Gipfel über der Basis“.
Abb. 1.6 – Die Cumulusbasis lässt sich im Kopf berechnen. Temperatur und Taupunkt des Pakets nähern sich um 0,8 °C pro 100 m an; wo sie sich treffen, liegt die Basis. Eine Differenz von 11 °C am Boden ergibt eine Basis etwa 1350 m über Grund.

Cumulusbasis (Hennig-Formel)

Höhe der Basis über dem Messpunkt≈ 122 m × (T − Td)
Beispiel: T 25 °C, Td 14 °C122 × 11 ≈ 1340 m
Faustregel≈ 120 m pro Grad Differenz

Drei Vorsichtsregeln für die Anwendung. Die Formel liefert eine Höhe über der Station: Addieren Sie deren Höhe. Sie gilt für Werte, die in der Wetterhütte gemessen wurden, wenn die Sonne schon geheizt hat: Eine um 7 Uhr abgelesene Differenz unterschätzt die Basis am Nachmittag deutlich. Schließlich setzt sie voraus, dass die Luft vom Boden bis zur Basis gut durchmischt ist, was der Fall ist, sobald die Thermik läuft.

Im Flug

Die Cumulusbasis ist die nutzbare Obergrenze des Tages: In die Wolke fliegt man nicht ein. Nehmen Sie die für 14–15 Uhr im Tal vorhergesagte Temperatur und den Taupunkt, wenden Sie die Formel an, addieren Sie die Höhe der Station und ziehen Sie dann die Höhe des Startplatzes ab: Sie erhalten den möglichen Höhengewinn. Eine Basis auf 2800 m über einem Startplatz auf 1900 m, das sind 900 m Spielraum: genug, um von Bart zu Bart weiterzufliegen. Eine Basis auf 2100 m bedeutet einen Tag zum „Kratzen“ unter den Wolken.

Auf Tour

Liegt die berechnete Basis unter der Höhe Ihres Gipfels? Dann steckt er am Nachmittag zeitweise in der Wolke, sobald sich die Cumuli bilden, selbst wenn der Himmel um 8 Uhr blau ist. Da die Basis am Vormittag steigt, wird ein um 9 Uhr verhüllter Gipfel gegen Mittag oft frei, und das Umgekehrte geschieht gegen Abend, wenn die Luft abkühlt. Eine Differenz T − Td unter 3 oder 4 °C schon am Morgen, bei feuchter Westströmung, kündigt einen Tag mit Kämmen in den Wolken an.

Stolperfalle

Die Formel gilt nur für konvektive Wolken. An einem Hang, der einer feuchten Strömung ausgesetzt ist, kondensiert die zwangsweise gehobene Luft viel tiefer als die Cumulusbasis: Das ist die am Hang hängende Wolke aus dem Prolog (Abb. P.10). Und unter einer tiefen Inversion erreichen die Cumuli nie ihre theoretische Basis.

1.6Stabil oder labil: der Wettlauf zweier Abkühlungen#

Die Adiabaten beschreiben, was ein angehobenes Luftpaket tun würde. Bleibt die Frage, worauf es unterwegs trifft: auf das tatsächliche Temperaturprofil der Atmosphäre an diesem Tag, gemessen per Radiosondenaufstieg oder von den Modellen berechnet. Das ist die Zustandskurve. Sie gehorcht keiner Schiene: Sie ist das Ergebnis der ganzen Geschichte der Luftmasse – Erwärmung des Bodens, nächtliche Abkühlung, Luft, die unter einem Hoch absinkt, warme oder kalte Luft, die der Wind herangeführt hat …

Das Urteil hängt an einem Vergleich der Neigungen. Heben Sie in Gedanken ein Paket um 100 m an: Es verliert 1 °C. Und die Umgebungsluft 100 m höher – ist sie kälter oder weniger kalt als das Paket? (Abb. 1.7)

Drei Temperatur-Höhen-Diagramme von 0 bis 2500 m, die alle mit 20 °C am Boden beginnen. Die schwarze Linie ist die Umgebungsluft, die orangefarbene Linie das Luftpaket, das 1 °C pro 100 m verliert. Labil: Die Umgebungsluft verliert 1,25 °C pro 100 m, sie liegt links vom Paket, das wärmer bleibt und nach oben beschleunigt. Bedingt labil: Die Umgebungsluft verliert 0,8 °C pro 100 m; das trockene Paket (durchgezogene Linie) wird kälter und sinkt zurück, das gesättigte Paket (punktiert, 0,55 °C pro 100 m) wird wärmer und steigt. Stabil: Die Umgebungsluft verliert nur 0,4 °C pro 100 m, sie liegt rechts vom Paket, das kälter wird und zurücksinkt.
Abb. 1.7 – Alles entscheidet sich im Vergleich der Neigungen. Kühlt die Umgebungsluft schneller ab als das Paket, bleibt es wärmer und beschleunigt. Kühlt sie langsamer ab, wird es kälter und sinkt zurück. Zwischen den beiden Schienen hängt alles von der Sättigung ab.
Gradient der ZustandskurveLageWas daraus folgt
mehr als 1 °C / 100 mAbsolute Labilität: Das Paket bleibt immer wärmer.Konvektion beim geringsten Auslöser. Selten in einer dicken Schicht, häufig in den untersten paar Dutzend Metern über einem überhitzten Boden.
zwischen 0,55 und 1 °C / 100 mBedingte Labilität: stabil für ein trockenes Paket, labil für ein gesättigtes.Der Normalfall schöner Tage. Die Bedingung ist die Kondensation: Die Wolke setzt die Energie frei.
weniger als 0,55 °C / 100 mAbsolute Stabilität: Das angehobene Paket ist immer kälter.Jeder Aufwind wird gebremst und dann aufgehoben. Laminare Luft, Schichtwolken, Dunst.
Temperatur, die mit der Höhe zunimmtInversionEin Deckel: Nichts kommt durch, solange die Konvektion ihn nicht abgetragen hat.

Vom Temperaturunterschied zur Vertikalgeschwindigkeit

Ein Paket, das wärmer ist als seine Umgebung, ist leichter: Es erfährt einen Auftrieb nach oben, der proportional zum Temperaturunterschied ist. Ein Unterschied von 1 °C ergibt eine Beschleunigung von etwa 0,03 m/s² – drei Hundertstel der Erdbeschleunigung. Das ist bescheiden, aber über 1000 m Aufstieg würde es theoretisch reichen, um 6 bis 8 m/s zu erreichen.

Dass die echte Thermik eher zwischen 1 und 4 m/s liegt, mit Spitzen von 5 bis 8 m/s an großen Alpentagen, liegt an der Einmischung: Der Aufwind saugt an seinen Rändern kältere und trockenere Umgebungsluft an, die seinen Wärmeüberschuss verdünnt, und er reibt sich an der ruhenden Luft. Je schmaler ein Thermikschlauch, desto stärker wird er verdünnt. Ein breiter, gut gespeister Thermikschlauch ist in seinem Kern geschützt: Er steigt stärker und höher.

Im Flug

Ein breiter, gleichmäßiger Bart, der sich leicht zentrieren lässt, kommt aus einer großen Quelle und wird hoch gehen; einer kleinen, schmalen und zerrissenen Blase geht schnell die Puste aus. Und je stärker die Zustandskurve des Tages in den unteren Schichten geneigt ist, desto länger bleibt der Temperaturunterschied beim Steigen erhalten: ein „kräftiger“ Tag. Eine fast senkrechte Zustandskurve kennzeichnet einen lahmen Tag, an dem man kratzt.

1.7Inversionen: ein Deckel über dem Tal#

Eine Inversion ist eine Schicht, in der die Temperatur mit der Höhe zunimmt. Das ist Stabilität im Extrem: Ein Paket, das in sie eindringt, wird sofort kälter als seine Umgebung und sinkt zurück. Drei Mechanismen erzeugen Inversionen, mit unterschiedlichen Erkennungszeichen (Abb. 1.8).

Drei Temperatur-Höhen-Diagramme von 0 bis 3000 m, mit der Temperatur als schwarzer Linie und dem Taupunkt blau gestrichelt; jede Inversion ist blassrosa hinterlegt. Strahlung: Die Temperatur steigt von 4 °C am Boden auf 11 °C in 250 m und sinkt dann wieder; der Taupunkt liegt am Boden nahe an der Temperatur; Hinweis „klare Nacht, ruhige Luft: der Boden kühlt aus“. Absinken: Die Temperatur nimmt bis 1600 m normal ab, steigt bis 1800 m um 4 °C und sinkt dann wieder; der Taupunkt fällt darüber abrupt, Hinweise „sehr trockene Luft darüber“ und „Hoch: die Luft sinkt und erwärmt sich“. Front: Die Temperatur nimmt bis 1000 m ab und steigt dann bis 1400 m; der Taupunkt klebt an der Temperatur, Hinweise „feuchte Zone: Dunst, Stratus“ und „Warmluft liegt auf Kaltluft“.
Abb. 1.8 – Drei Arten, einen Deckel aufzusetzen. Der Taupunkt hilft, sie zu unterscheiden: Er klebt an der Temperatur am Boden, an der Untergrenze der Strahlungsinversion (Dunst, Nebel im Talgrund), und in der Frontinversion; über einer Absinkinversion stürzt er ab.

Die Strahlungsinversion entsteht in klaren, ruhigen Nächten am Boden. Der Boden strahlt seine Wärme in den Weltraum ab, kühlt aus und kühlt die Luft, die ihn berührt. Die kalte, schwere Luft fließt ab und sammelt sich in den Talgründen, in einer Schicht von einigen Dutzend bis einigen hundert Metern Dicke. Am frühen Morgen kann der Talgrund 5 bis 10 °C kälter sein als ein 300 m höher gelegener Hang. Die Sonne trägt sie im Lauf des Vormittags von unten ab: Sie ist es, die den Beginn der Thermik verzögert.

Die Absinkinversion entsteht unter Hochdruckgebieten. Die Luft sinkt dort langsam ab, über Hunderte von Kilometern; beim Absinken wird sie komprimiert und erwärmt sich um 1 °C pro 100 m (die Fahrradpumpe, in umgekehrter Richtung), und sie trocknet ab. Schließlich legt sie sich warm und trocken auf die kühlere Luft der unteren Schichten, oft zwischen 1000 und 3000 m. Das ist der Deckel langer Schönwetterperioden: blauer Himmel, trockener Dunst unter der Inversion, eine gedeckelte Thermikobergrenze, die sich von Tag zu Tag kaum ändert und sogar Tag für Tag sinken kann, wenn das Hoch altert (Abschnitt 3.7).

Die Frontinversion entsteht, wenn warme Luft über kältere Luft gleitet, vor einer Warmfront (Kapitel 4). Sie ist oft feucht: Stratus, Dunst oder Nieselregen in der kalten Schicht, Schichtwolken darüber.

Im Flug

Eine Inversion spürt man: Der Bart wird zerrissen, der Schirm schüttelt, das Vario zögert, dann ist das Steigen schlagartig weg. Darüber ist die Luft oft ruhiger, manchmal mit anderem Wind. Unter einer Absinkinversion zeichnet der Dunst eine sehr scharfe waagerechte Linie, von weitem sichtbar: Das ist die Obergrenze des Tages. Liegt morgens, wenn Sie am Startplatz stehen, im Tal noch eine Strahlungsinversion, bedeutet das späte und schwache Thermik in den unteren Lagen: Wer zu früh startet, macht oft einen „Abgleiter“.

Auf Tour

Bei winterlichem Hochdruckwetter ist es in 1500 m manchmal milder als im Dorf. Nebel oder das trübe Grau im Tal sagen nichts über das Wetter in der Höhe: Das Nebelmeer aus dem Prolog ist nur eine sichtbar gewordene Inversion.

1.8Die Paketmethode#

Alles bisher Gesagte lässt sich in einem einzigen Diagramm zusammenfassen, dem Emagramm, in dem man die Zustandskurve des Tages und die adiabatischen Schienen übereinanderlegt. Im echten Dokument sind die Temperaturen schräg und die Höhe als Druck aufgetragen; zum Verstehen kann man es „begradigen“, mit den Achsen Temperatur / Höhe, ohne etwas von der Methode zu verlieren (Abb. 1.9). Kapitel 2 bringt Ihnen bei, die echten zu lesen.

Begradigtes Emagramm: Temperatur von −10 bis 30 °C auf der waagerechten Achse, Höhe von 0 bis 4000 m auf der senkrechten, im Hintergrund blassorange Schienen, durchgezogen (Trockenadiabaten) und punktiert (Feuchtadiabaten). Die schwarze Zustandskurve beginnt mit 25 °C am Boden, folgt ungefähr der Trockenadiabate bis 1375 m, nimmt dann langsamer ab, zeigt eine Inversion zwischen 2800 und 3000 m und nimmt danach wieder ab. Der Taupunkt der Umgebungsluft (blau gestrichelt) beginnt bei 14 °C und entfernt sich nach links. Von Tmax aus folgt das Paket der Trockenadiabate (orange); von Td aus steigt die Linie gleichen Mischungsverhältnisses (grün strichpunktiert) fast senkrecht an; sie kreuzen sich in 1375 m: die Basis. Darüber folgt das Paket der punktierten Feuchtadiabate, wärmer als die Umgebungsluft (farbige Fläche), bis es die Zustandskurve unter der Inversion bei etwa 2900 m wieder schneidet: die Wolkenobergrenze. Mächtigkeit etwa 1500 m, harmlose Cumuli.
Abb. 1.9 – Die Paketmethode. Unterhalb der Basis fallen das Paket und die von der Thermik durchmischte Luft zusammen. Darüber ist der waagerechte, farbig markierte Abstand zwischen Paket und Zustandskurve der Temperaturüberschuss: die Stärke des Aufwinds in jeder Höhe.

Von der vorhergesagten Höchsttemperatur am Boden ausgehen

Entlang der Trockenadiabate aufsteigen (−1 °C / 100 m).

Vom Taupunkt am Boden ausgehen

Entlang der Linie gleichen Mischungsverhältnisses aufsteigen (−0,2 °C / 100 m, fast senkrecht).

Ihr Schnittpunkt ergibt die Cumulusbasis

Das ist das Kondensationsniveau, dasselbe wie in Abschnitt 1.5.

Darüber der Feuchtadiabate folgen

Bis sie die Zustandskurve wieder schneidet: Das ist die Wolkenobergrenze.

Sonst: blauer Tag

Schneidet die Trockenadiabate die Zustandskurve, bevor sie die Basis erreicht, gibt es keine Wolke: reine Blauthermik, und dieser Schnittpunkt ist die Thermikobergrenze.

Zwei Größen fassen das Diagramm zusammen. Die Fläche, in der das Paket wärmer ist als die Umgebungsluft, misst die für die Konvektion verfügbare Energie: die CAPE, in Joule pro Kilogramm. Die Fläche, in der es kälter ist – typischerweise in der Morgeninversion –, misst die Energie, die aufgebracht werden muss, um den Deckel zu durchbrechen: die CIN. Eine hohe CAPE unter einer CIN, die bis zur Tagesmitte hält, ist das Szenario der Gewitterexplosion am späten Nachmittag: Den ganzen Nachmittag über sammelt sich die Energie unter dem Deckel, dann entlädt sich alles auf einmal.

Schließlich ist die Auslösetemperatur die Bodentemperatur, ab der die vom Boden ausgehende Trockenadiabate die nächtliche Bodeninversion durchbricht. Vergleichen Sie sie mit dem vorhergesagten Temperaturanstieg am Vormittag: Sie erhalten die Uhrzeit der ersten nutzbaren Thermik. Und der Abstand zwischen Höchsttemperatur und Auslösetemperatur sagt, ob der Tag ergiebig oder zäh wird.

1.9Wo die Thermik endet: weiche Obergrenze, harte Obergrenze#

Ein Aufwind endet, wenn das Paket nicht mehr wärmer ist als die Umgebungsluft. Dafür gibt es drei Wege, mit im Flug sehr unterschiedlichen Erkennungszeichen (Abb. 1.10).

Drei Temperatur-Höhen-Diagramme von 0 bis 3500 m, Umgebungsluft schwarz, Paket orange, Überschuss des Pakets farbig. Weiche Obergrenze: Die Umgebungsluft kühlt mit der Höhe immer langsamer ab; der farbige Abstand zwischen Paket und Luft wird allmählich schmaler und verschwindet bei etwa 1950 m; Hinweis „die Differenz schmilzt nach und nach: die Thermik lässt nach“. Betondeckel: Das Paket bleibt bis 1600 m deutlich wärmer, dann stoppt eine rosa hinterlegte Inversion den Aufstieg bei etwa 1670 m schlagartig; Hinweis „Inversion: abrupter Stopp, oft turbulent“. Gnadenfrist in der Wolke: Das Paket ist in 1250 m unter einem kleinen Cumulus gesättigt und folgt darüber der punktierten Feuchtadiabate, bis 3200 m immer wärmer als die Umgebungsluft; Hinweis „Kondensation treibt wieder an“.
Abb. 1.10 – Drei Arten aufzuhören. ① Die Differenz schmilzt nach und nach: Die Thermik lässt nahe der Obergrenze nach. ② Die Inversion löscht den Abstand innerhalb weniger Dutzend Meter. ③ Oberhalb der Basis verschafft die feuchte Schiene dem Paket wieder den Vorteil: Die Wolke wächst weit über die „trockene“ Obergrenze hinaus.

Die weiche Obergrenze ist die der Tage ohne ausgeprägten Deckel: Die Umgebungsluft kühlt mit der Höhe immer langsamer ab, der Überschuss des Pakets schmilzt allmählich. Im Flug wird der Bart breiter, schwächer, schwer zu zentrieren; mit Mühe gewinnt man noch ein paar Dutzend Meter, dann nichts mehr.

Die harte Obergrenze, der „Betondeckel“, ist die der Inversionen: Der Überschuss verschwindet innerhalb weniger Dutzend Meter. Der Bart steigt gut bis zum Schluss und endet dann abrupt, oft in einer zerrissenen Zone, in der der Schirm durchgeschüttelt wird. Die Cumuli, falls vorhanden, breiten sich darunter aus.

Die Gnadenfrist in der Wolke kommt von der latenten Wärme: Oberhalb der Basis verliert das gesättigte Paket nur noch 0,5 bis 0,6 °C pro 100 m. Kühlt die Umgebungsluft schneller ab, wird es wieder immer wärmer: Die Wolke wächst, manchmal sehr hoch. Das ist die bedingte Labilität aus Abschnitt 1.6, und sie macht aus einem Cumulus einen Congestus und dann einen Cumulonimbus.

Zwei Feinheiten für die Praxis. Erstens die Einmischung: Die Obergrenze des Emagramms ist die des idealen Pakets; die echten, verdünnten Bärte enden oft etwas tiefer, und nur die kräftigsten erreichen die theoretische Obergrenze. Zweitens ist die Obergrenze nicht fest: Sie steigt im Lauf des Tages, in dem Maße, wie die Konvektion die Schicht erwärmt und die Inversionen von unten abträgt. Die Obergrenze um 12 Uhr ist nicht die um 15 Uhr.

Im Flug

Unter einer harten Obergrenze lohnt es sich nicht, es weiter zu versuchen: Wenn das Vario in drei Bärten hintereinander auf derselben Höhe einbricht, haben Sie den Deckel gefunden – gleiten Sie weiter. Unter einer saugenden Cumulusbasis dagegen ist die Gefahr umgekehrt: Das Steigen beschleunigt sich, je näher Sie der Wolke kommen. Halten Sie 150 bis 300 m Abstand zur Basis, und verlassen Sie den Bart seitlich, bevor Sie hineingezogen werden.

1.10Latente Wärme, der verborgene Motor#

Wasser ist der große Wärmetransporteur der Atmosphäre (Abb. 1.11). Um zu verdunsten, leiht es sich Wärme aus seiner Umgebung: Deshalb kühlt Sie der Schweiß, und deshalb erwärmt sich ein feuchter Boden weniger als trockenes Geröll. Einmal in der Luft, reist der Dampf unsichtbar mit der Thermik. Wenn er kondensiert, gibt er genau die geliehene Wärme zurück, etwa 2500 J pro Gramm Wasser.

Schema in fünf Schritten. ① Am Boden links ein See in der Sonne; blaue Wellenlinien steigen auf: Verdunstung, das Wasser leiht sich Wärme. ② Ein langer orangefarbener Pfeil steigt zu einem Cumulus auf: Der Dampf steigt unsichtbar auf. ③ Im Cumulus: Kondensation, die Wärme wird zurückgegeben; oben der Hinweis „die Wolke heizt sich selbst, sie steigt stärker“. ④ Rechts lässt eine Wolke, viel dicker als der Cumulus und zu einem Turm aufquellend (ein Congestus), Regen fallen: Regen. ⑤ Daneben sinkt ein blau gestrichelter Pfeil ab und zieht dann knapp über dem Boden davon: Unter dem Schauer kühlt das verdunstende Wasser die Luft, sie stürzt hinab. In der Mitte: etwa 2500 J pro Gramm Wasser, in beide Richtungen.
Abb. 1.11 – Das Wasser transportiert die Wärme vom Boden zur Wolke. Dieselbe latente Wärme, die die Wolke steigen lässt, lässt die Luft unter dem Schauer hinabstürzen, wenn der Regen im Fallen verdunstet: Daher kommen die Böen unter Schauern und Gewittern.

Eine Größenordnung macht den Effekt greifbar: Kondensiert 1 Gramm Wasser in einem Kilogramm Luft, erwärmt sich diese um etwa 2,5 °C. Ein feuchtes Luftpaket, das beim Durchqueren seiner Wolke einige Gramm Tröpfchen bildet, erhält so mehrere Grad Gratisheizung. Die Wolke ist eine Wärmekraftmaschine, die sich heizt, indem sie ihre Tröpfchen bildet: Das ist der Treibstoff der Cumulonimben und der Grund, warum ein Bart wieder an Kraft gewinnt, wenn er in seine Wolke eintritt.

Die Maschine funktioniert auch umgekehrt. Fällt Regen in trockene Luft, verdunstet ein Teil davon unterwegs und kühlt die Luft, die er durchquert. Diese abgekühlte, schwerere Luft stürzt zum Boden und breitet sich in Böen aus. Je trockener die Luft unter der Basis, desto heftiger der Effekt: Gewitter mit hoher Basis über trockener Luft bringen die heftigsten Böen.

Im Flug

Zwei direkte Folgen. Unter einer feuchten, schweren Cumulusbasis kann der Wolkensog sehr stark werden: Die latente Wärme beschleunigt die Luft in der Wolke und darunter. Und unter einem Schauer oder einer Virga müssen Sie mit Abwind rechnen und mit einem Wind, der am Boden auffrischt und dreht: Das ist der schlechteste Ort für eine Landung.

Auf Tour

Der kalte Windstoß vor dem Gewitterschauer ist diese durch Verdunstung abgekühlte Luft, die sich am Boden ausbreitet. Wenn er kommt, folgt der Regen innerhalb der nächsten Minuten. Und ein von Schweiß oder Regen nasses Kleidungsstück kühlt Sie nach demselben Mechanismus aus: Bei der Gipfelpause sollten Sie sich umziehen oder etwas überziehen, bevor Ihnen kalt wird.

1.11Die Mächtigkeit, die Niederschlag bringt#

Alle Wolken enthalten Wasser, aber nur sehr wenige bringen Regen. Die Tröpfchen eines Cumulus messen einige Hundertstel Millimeter: Sie schweben. Für einen Regentropfen muss man eine Million davon vereinen, und das braucht Zeit und Mächtigkeit. In mittleren Breiten führt der wirksamste Weg über das Eis: Im Teil der Wolke, der kälter als etwa −10 °C ist, wachsen die Eiskristalle auf Kosten der Tröpfchen, fallen dann und schmelzen, wenn sie die Nullgradgrenze durchqueren (Abb. 1.12).

Senkrechter Schnitt von 0 bis 12,5 km. Eine blau gestrichelte Linie markiert die Nullgradgrenze bei etwa 3,6 km (3500 bis 4000 m im Sommer); eine blau punktierte Linie markiert −10 °C bei etwa 5,3 km, wo Eis auftritt. Drei Wolken haben dieselbe Basis bei etwa 1,5 km. Links ein Cumulus von etwa 1 km Mächtigkeit: kein Regen. In der Mitte ein Congestus von etwa 3 km, dessen Obergrenze deutlich über die Nullgradgrenze hinausreicht, mit leichtem, gestricheltem Regen: Schauer möglich. Rechts ein Cumulonimbus von 8 bis 10 km bis zu einem Amboss bei etwa 11 km, mit dichtem Regen: Gewitter, Hagel.
Abb. 1.12 – Die Mächtigkeit der Wolke entscheidet über den Regen. Ein Cumulus von einem Kilometer regnet nicht; ein Congestus, dessen Obergrenze deutlich über die Nullgradgrenze reicht, kann Schauer bringen; der Cumulonimbus, der bis tief in die eisige Luft wächst, bringt starken Regen, Hagel und Blitzschlag.

Daraus folgt eine Faustregel für die Praxis, als Größenordnung zu verstehen: Eine konvektive Wolke von weniger als 1500 bis 2000 m Mächtigkeit bringt praktisch nie Niederschlag; ab 3000 m, vor allem wenn ihre Obergrenze kälter als −10 °C ist, werden Schauer wahrscheinlich; ein Cumulonimbus von 8 bis 10 km Mächtigkeit, das ist das Gewitter. Die Mächtigkeit lässt sich im Emagramm ablesen (Obergrenze − Basis, Abschnitt 1.8) und wird von den meisten Vorhersageseiten für Gleitschirm- und Drachenflieger direkt angegeben.

Der stratiforme Regen – der Regen der Fronten, der stundenlang über ganzen Regionen fällt – gehorcht derselben Physik, aber in dicken Schichten, die langsam über Hunderte von Kilometern gehoben werden: Das ist Sache von Kapitel 4.

Zwei Fragen des Wanderers, eine Antwort in Zahlen

„Werde ich in der Wolke wandern?“ Die Basis konvektiver Wolken ist das Kondensationsniveau: Basis ≈ Talhöhe + 122 × (T − Td). Vergleichen Sie diese Zahl mit der Höhe Ihrer Route, und denken Sie daran, dass die Basis im Lauf des Vormittags steigt, dass die Luvhänge einer feuchten Strömung Wolken tiefer festhalten, als die Rechnung ergibt, und dass eine Differenz T − Td von weniger als 4 °C schon am Morgen verhüllte Gipfel verspricht.

„Wird es regnen?“ Für konvektiven Regen schauen Sie auf die vorhergesagte Wolkendicke und die Höhe der Nullgradgrenze. Cumuli von 1000 m unter einer Nullgradgrenze in 4000 m: nichts. Wolken von 3000 m oder mehr, deren Obergrenze über die Nullgradgrenze steigt: Schauer am Nachmittag möglich. Ist zudem die CAPE hoch und die Luft in der Höhe feucht, ist die Gewittergefahr real; im Gebirge entscheidet sie sich früh, und Kapitel 9 beschreibt die Anzeichen im Detail.

Auf Tour

Am Morgen sorgen zwei Zahlen für die erste Auswahl: T − Td (wo wird die Basis liegen?) und die vorhergesagte Wolkendicke (werden die Wolken Niederschlag bringen?). Die Vorhersageseiten für Gleitschirm- und Drachenflieger geben beides an; Kapitel 2 zeigt Ihnen, wie Sie es in einem Temp ablesen.

1.12Übungen#

Jetzt Sie – Die Basis am Nachmittag

Für die Talstation auf 700 m sind für 15 Uhr eine Temperatur von 28 °C und ein Taupunkt von 12 °C vorhergesagt. Der Startplatz liegt auf 1900 m, und Sie planen eine Wanderung auf einen Gipfel von 2800 m. In welcher Höhe ist die Cumulusbasis zu erwarten? Wie viel Spielraum hat der Pilot? Wird der Wanderer in der Wolke sein?

Lösung anzeigen

Differenz 28 − 12 = 16 °C, also 16 × 122 ≈ 1950 m über der Station: Basis bei etwa 700 + 1950 ≈ 2650 m. Der Pilot hat etwa 750 m Höhengewinn über dem Startplatz, ein ordentlicher Tag. Der Gipfel auf 2800 m überragt die Basis um 150 m: Wenn sich über ihm ein Cumulus bildet, steckt er zeitweise in der Wolke. Am Vormittag, mit geringerer Differenz, liegt die Basis noch tiefer.

Jetzt Sie – Stabil oder labil?

Der Prognose-Temp zeigt zwischen 1500 und 2500 m eine Temperatur, die von 14 °C auf 8 °C fällt. Ein ungesättigtes Luftpaket startet in 1500 m mit 15 °C. Ist es in 2500 m wärmer oder kälter als die Umgebungsluft? Was geschieht, wenn es schon ab 1500 m gesättigt wäre?

Lösung anzeigen

Die Umgebungsluft verliert 6 °C auf 1000 m, also 0,6 °C / 100 m. Das trockene Paket verliert 10 °C: Es kommt mit 5 °C an, kälter als die Luft (8 °C) – die Schicht ist für das trockene Paket stabil, die Thermik erlischt unterwegs. Gesättigt würde es etwa 5,5 °C verlieren und mit etwa 9,5 °C ankommen, wärmer als die Luft: Die Schicht ist für die Wolkenluft schwach labil. Das ist bedingte Labilität mit geringem Überschuss: Wolken, die langsam wachsen.

Jetzt Sie – Der Höhenmesser auf der Hütte

Auf der Hütte in 2400 m zeigte Ihre Uhr um 21 Uhr 2400 m an. Um 6 Uhr zeigt sie 2465 m. Was ist passiert, und was schließen Sie daraus?

Lösung anzeigen

Sie haben sich nicht bewegt: Der Druck ist gefallen. In dieser Höhe entspricht 1 hPa etwa 10 m: Der Druck ist in 9 Stunden um etwa 6 hPa gefallen, was beachtlich ist. Wahrscheinlich nähert sich eine Störung. Sehen Sie sich die Vorhersage an, beobachten Sie den Himmel (Cirrus, Halo, Altostratus?) und planen Sie ein näheres Ziel oder eine frühere Rückkehr.

Jetzt Sie – Wird es regnen?

Vorhersage für den Nachmittag: Cumulusbasis in 2200 m, Obergrenzen in 5500 m, Nullgradgrenze in 3800 m. Geplant sind ein Flugtag und eine Gratwanderung. Ihre Einschätzung?

Lösung anzeigen

Vorhergesagte Mächtigkeit: 5500 − 2200 = 3300 m, mit einer Obergrenze weit über der Nullgradgrenze und vermutlich kälter als −10 °C. Schauer sind wahrscheinlich, Gewitter möglich, wenn die Labilität ausgeprägt ist. Kurzer Flug am Vormittag, gelandet vor den ersten Congestus. Gratwanderung: sehr früher Aufbruch, Grat vor Mittag verlassen.

1.13Merkzettel und Fachbegriffe#

Die Größenordnungen des Kapitels

Tropopause (mittlere Breiten)≈ 11 km (8–17 km)
Mittlerer Gradient der Atmosphäre0,65 °C / 100 m
Druck auf Meereshöhe1013 hPa
Druck in Bodennähe−1 hPa / 8 m (≈ 10 m um 2000 m)
Bezugsniveaus850 ≈ 1500 m · 700 ≈ 3000 m · 500 ≈ 5500 m
Fassungsvermögen der Luft für Wasserdampfverdoppelt sich alle ≈ 10 °C
Trockenadiabate−1,0 °C / 100 m
Feuchtadiabate−0,4 bis −0,8 °C / 100 m (≈ −0,55)
Taupunkt des Pakets−0,2 °C / 100 m
Annäherung T / Td beim Steigen0,8 °C / 100 m
Cumulusbasis≈ 122 m × (T − Td)
Labil / stabil (ungesättigte Luft)Zustandskurve > 1 °C / 100 m · < 0,55 °C / 100 m
Auftrieb bei 1 °C Unterschied≈ 0,03 m/s²
Übliche Thermik in den Alpen1–4 m/s, Spitzen 5–8 m/s
Latente Wärme≈ 2500 J/g; 1 g/kg kondensiert ≈ +2,5 °C
Mächtigkeit konvektiver Wolken mit NiederschlagSchauer möglich > 2000 m, wahrscheinlich > 3000 m
Adiabatisch
Zustandsänderung ohne Wärmeaustausch mit der Umgebung. Ein aufsteigendes Luftpaket kühlt adiabatisch ab, allein durch Ausdehnung.
CAPE und CIN
Für die Konvektion verfügbare Energie (Fläche, in der das Paket wärmer ist als die Umgebungsluft) und Energie, die aufgebracht werden muss, um eine stabile Schicht zu durchbrechen (Fläche, in der es kälter ist), in J/kg.
Latente Wärme
Wärme, die verdunstendes Wasser aufnimmt und die bei der Kondensation des Dampfes wieder frei wird, etwa 2500 J pro Gramm.
Zustandskurve
Tatsächlicher Verlauf der Temperatur mit der Höhe, an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit.
Taupunktdifferenz
Differenz T − Td: um wie viel man die Luft abkühlen muss, damit sie gesättigt ist.
Einmischung (Entrainment)
Einmischen von Umgebungsluft in einen Aufwind über seine Ränder; sie verdünnt den Wärmeüberschuss und bremst das Steigen.
Relative Feuchte
Verhältnis zwischen dem vorhandenen Dampf und dem bei der Lufttemperatur möglichen Maximum, in Prozent.
Inversion
Schicht, in der die Temperatur mit der Höhe zunimmt; ein Deckel für die Konvektion.
Kondensationsniveau
Höhe, in der ein aufsteigendes Luftpaket die Sättigung erreicht; Cumulusbasis. Man begegnet auch der englischen Abkürzung LCL.
Luftpaket (oder Luftteilchen)
Gedachte Luftblase, die man verfolgt und dabei als von ihrer Umgebung isoliert annimmt.
Taupunkt
Temperatur, auf die man die Luft abkühlen müsste, damit sie gesättigt ist; ein Maß für die Dampfmenge.
Mischungsverhältnis
Masse des Wasserdampfs pro Kilogramm trockener Luft, in g/kg.
Absinken (Subsidenz)
Langsames, großräumiges Absinken von Luft, typisch für Hochdruckgebiete; die Luft erwärmt sich dabei und trocknet ab.
Troposphäre, Tropopause
Untere Schicht der Atmosphäre, in der die Temperatur mit der Höhe abnimmt und die Wolken entstehen; die Tropopause ist ihre Obergrenze, bei etwa 11 km.

Was Sie sich merken sollten

  • Die Atmosphäre wird von unten geheizt: Die Konvektion geht immer vom Boden aus.
  • Ein aufsteigendes Luftpaket kühlt sich um 1 °C / 100 m ab, solange es trocken ist, in der Wolke um etwa 0,55 °C / 100 m. Das ist Physik, nicht Wetter.
  • Das Wetter des Tages ist die Zustandskurve: Kühlt die Umgebungsluft schneller ab als das Paket, steigt es (labil); kühlt sie langsamer ab, sinkt es zurück (stabil).
  • Denken Sie in Taupunkt, nicht in relativer Feuchte. Die Differenz T − Td ergibt die Cumulusbasis: ≈ 122 m pro Grad.
  • Eine Inversion ist ein Deckel: Strahlungsinversion nachts am Boden, Absinkinversion unter Hochdruckgebieten, Frontinversion vor Warmfronten.
  • Drei Obergrenzen: weich (die Differenz schmilzt), hart (Inversion), Gnadenfrist (die Wolke treibt den Aufstieg dank der latenten Wärme neu an).
  • Konvektiver Regen braucht Mächtigkeit: unter 2000 m nichts; über 3000 m mit vereister Obergrenze Schauer; der Cumulonimbus bringt das Gewitter.

Ende von Kapitel 1 · Kapitel 2 setzt diese Werkzeuge an echten Emagrammen in die Praxis um.