Kapitel 6

Wind und Gelände

Der Wind der Wetterkarten ist ein Strom; das Gebirge macht daraus einen Wildbach.

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Das Wichtigste in zwei Minuten

  1. Der Wind wird in Bodennähe schwächer (Windgradient, Grenzschicht von 500 bis 1500 m); die Thermik am Nachmittag holt den Höhenwind in Böen zum Boden herunter.
  2. Im Luv steigt die Luft (dynamischer Hangaufwind ≈ Wind × Sinus der Hangneigung); über dem Kamm beschleunigt sie (Kompression, × 1,5 bis 2); in einem Pass ebenfalls (Düseneffekt).
  3. Im Lee stürzt die Luft hinab, löst sich ab und dreht sich in Rotoren: Dort startet man nicht und fliegt man nicht, egal was der Windsack zeigt; die Turbulenz reicht über das 5- bis 10-Fache der Höhe des Hindernisses.
  4. Der übergeordnete Wind auf Gipfelhöhe entscheidet über den Startplatz: im Luv, seitlich angeströmt (Böen) oder im Lee (Rotor); ein Startplatz, der dem übergeordneten Wind widerspricht, lügt.
  5. Eine Windscherung trennt zwei Winde: Obergrenze des thermischen Windes, Obergrenze der Inversion, Rand des Rotors; zerrissene Luft.
  6. Föhn: Regen im Luv, Wärme, Trockenheit und Böen im Lee, Föhnmauer über dem Kamm; nicht fliegen, Vorsicht auf den Kämmen.
  7. Lenticularis: starker Höhenwind (mindestens 25 bis 35 km/h auf Kammhöhe), stabile Luft, Rotoren möglich; ein Warnsignal für Pilot und Wanderer.
  8. Wind vervielfacht die Kälte: Bei 0 °C und 50 km/h fühlen sich −8 °C an; Windjacke und Mütze zu jeder Jahreszeit, die Jacke schon vor dem Pass anziehen.
Ein Gipfel von oben bei Nordwestwind: Startplatz 1 im Luv (dynamischer Hangaufwind), Startplätze 2 und 3 seitlich angeströmt (Böen, Windschatten), Startplatz 4 im Lee (Rotor, Gefahr).
Abb. 6.6 – Ein Gipfel, vier Startplätze: Der übergeordnete Wind ordnet sie.

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