Kapitel 7
Thermische Winde: wie die Täler atmen
Wenn der übergeordnete Wind schweigt, macht das Gebirge seinen eigenen Wind, immer in derselben Reihenfolge und fast zur selben Uhrzeit.
Das Wichtigste in zwei Minuten
- Vom Hang erwärmte Luft: thermischer Hangaufwind (1 bis 3 m/s, dünne Schicht); abgekühlte Luft: Hangabwind und Kaltluftsee im Talboden. Die thermischen Winde regieren, wenn der übergeordnete Wind schwach ist (unter 10 km/h auf Gipfelhöhe).
- Das ganze Tal atmet: Talwind talaufwärts am Nachmittag (10 bis 20 km/h, 25 bis 35 in großen Tälern), Bergwind talabwärts in der Nacht (5 bis 15 km/h).
- Die Hänge stellen schnell um, das Tal folgt mit zwei bis drei Stunden Verspätung; rechnen Sie in Sonnenzeit (Sommer: gesetzliche Zeit − 1 h 30 min).
- Jeder Hang hat seine Stunde: Osthang am Morgen, Südhang am Mittag, Westhang am Nachmittag.
- Die Konvergenzen (Kämme, Talmündungen, Pässe, Seewindfronten) liefern die besten Aufwinde und die ersten Cumuli – und an labilen Tagen die ersten Schauer.
- Über einem See am Nachmittag: stabile Luft, keine Thermik; Seewind vom Wasser zum Ufer.
- Bei der Landung: Endanflug gegen den Talwind, weit weg vom Lee der Hindernisse, und Vorsicht bei der Windumkehr am Abend.
- Übergeordneter Wind im Rücken des Startplatzes: Der thermische Wind kann einen guten Startplatz vortäuschen; entscheidend ist der übergeordnete Wind. Für den Wanderer sind der Wind am Mittag und die Cumuli am Nachmittag normal; alarmierend ist, wie schnell sie wachsen.
